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26|DREIZEHN – Lichtmalerei

Mit der Photoaufgabe Lichtmalerei gab es dieses mal eine wirklich harte Nuss zu knacken. Völlig unerfahren mit diesem Thema musste ich mich erst an die Materie rantasten und es brauchte viele Versuche (um genau zu sein ca. 160 :mrgreen: ) bis ich mich an ein Ergebnis herangearbeitet hatte, welches meinen Erwartungen entsprach.

Die ersten Versuche machte ich mit einfachen Taschenlampen. Leider war das „Malen“ mit der Lichtquelle alles andere als einfach und wirkte am Ende eher wie meine ersten großen Kunstwerke aus der Kindergartenzeit 😉

Das größte Problem war, dass die Lichtschweife viel zu abgehakt und unrund wirkten und man mit der Hand einfach zu „zittrig“ und unsymetrisch unterwegs war – also gab ich dieses Unterfangen auf.

Wie also gewährleisten, dass die Pfade, die die Lichtquelle nimmt, symetrisch und rund wirken? Meine inneren MacGyver-Instinkte wurden geweckt :mrgreen: und schon gings an die Arbeit. Eine LED LENSER P2 wurde kurzerhand mittels waghalsiger Konstruktion an meine Bohrmaschine gehängt und dann konnte es losgehen. Die Kamera wurde aufs Stativ geschnallt, die Bohrmaschine mit Strom versorgt und schon konnte der Spaß losgehen. Während sich alles noch zu Beginn so verhielt wie geplant, waren offenbar schon bald die Fliehkräfte zu hoch und so schoss die Led Lenser – quasi mit Lichtgeschwindigkeit – durch den Raum :mrgreen: – wer also immer schon einmal eine robuste, kleine Taschenlampe wollte, dem kann ich die P2 aus eigener Erfahrung nur wärmstens ans Herz legen :mrgreen:

Die dritte Versuchsreihe war der der Plan, mittels Stroboskopblitz zu malen, das war aber leider nicht so von Erfolg gekrönt – zumindest gefiel mir kein einziges Bild davon.

Da Ichbins Feuerball mächtig bei mir Eindruck hinterließ, galt es als nächstes heraus zu finden, ob man nicht mittels Feuerlichtquellen ein besseres Ergebnis erzielen konnten. Hier hatte ich nur leider das Problem, dass die Lichtquellen nicht intensiv genug waren, um schöne Effekte zu erzielen. Da ich sehr an meiner Wohnung hänge und diese nicht unabsichtlich abfackeln wollte, ließ ich ich vom Plan ab, größere Feuerquellen einzusetzen 😉

Die Kerzen, welche ich in meinem letzten Versuch einsetzte zeigten jedoch, dass eine Lichtstreuung deutlich bessere Ergebnisse erzielte als die Taschenlampen (zu stark gebündelter Lichtstrahl). Eher durch Zufall fand ich eine kleine Glasvase, wo meine Mini-Taschenlampe exakt hinein passte und dies zusammen kombiniert eine wunderbare Streuwirkung hatte. Um möglichst stark das Licht zu streuen, entschied ich mich dann noch für eine Glasfigur, welche als Fixpunkt für die Kamera diente. Am Ende kamen dann doch noch einige interessante Fotos heraus, die besten Drei davon sowie das dazu verwendete Setup möchte ich euch hier zeigen:

weisser Schwan

Mein Favorit – Lichtquelle ist die Ledlenser, welche sich in der Vase befindet

roter Schwan

Selbes Setup wie beim weissen Schwan, jedoch wurde ein rotes Tuch vor die Taschenlampe gesteckt, welche sich wieder in der Vase befindet.

mystischer Schwan

wie beim weissen Schwan kommt wieder die Vase mit der Taschenlampe zum Einsatz, jedoch wird diese nun um das Objekt herum bewegt – dadurch entsteht eine Art Wirbel um den Schwan, welcher aber leider auch dazu führt, dass das Objekt selbst nicht mehr so kontrastreich wirkt.

Schwan – Setup

Hier seht ihr das eingesetzte Material – die Vase, die Taschenlampe, schwarzer Hintergrund und eine kleine Ziersäule.

Wie immer gilt: Klickt ihr den Textlink unter den Fotos an, dann kommt ihr in die Galerie, wo ihr alle Exif-Daten auslesen könnt

Welches Foto gefällt euch am besten? Was wäre euer Favorit gewesen?

10 Kommentare
  1. Jörg
    Jörg sagte:

    Moin Michael,

    Es war diesmal wirklich eine harte Nuss, Deine viele n Versuche haben sich aber gelohnt.
    Schwan im Licht Käfig, tolle Idee und gute Umsetzung! Gut gemacht 🙂

    LG,
    Jörg

  2. Michael
    Michael sagte:

    Hi Jörg!

    „Schwan im Lichtkäfig“ – das auch ein ganz guter Titel gewesen – meine erste Idee war „schwindeliger Schwan“, das war aber noch doofer als „mystischer Schwan“ 😀

    Denke auch es hat sich gelohnt, die Erfahrungen die ich sammeln konnte lassen sich sicher in irgendeiner Form wiederverwerten, vor allem in der Indoor-Fotografie, wo ich noch einiges aufzuholen habe 😀

    lg Michael

  3. Werner
    Werner sagte:

    Hallo Michael,

    toll! – Vor allem vielen Dank für deine fast wissenschaftliche Ausarbeitung :-). Das Ergebnis kann sich echt sehen lassen !

    Lg,
    Werner

  4. Alex
    Alex sagte:

    Hallo Michael,

    super gemacht, interessant ausgearbeitet und erklärt :-D.
    Zum Thema finde ich, passt das erste Foto am besten.
    Mir gefallen die Bilder weisser und roter Schwan auch sehr gut. Mein Favorit wäre der rote Schwan!

    Gruß,
    Alex

  5. Timon
    Timon sagte:

    Tolle Umsetzung. Gefällt mir sehr gut!
    Mir gefällt sogar der „mystischer Schwan“ fast besser, da der Glaskörper dort noch besser ausgeleuchtet wird. Danke für deine tolle Erklärung. Vielleicht bekomme ich heute doch noch ein Bild zusammen, da du mich noch in letzter Sekunde inspiriert hast 😀

  6. Rewolve44
    Rewolve44 sagte:

    Hallo Michael,

    Wahnsinns Arbeit und ein Hammer Ergebniss, das begeistert mich wie du das Problem gelöst hast, ich bin einfach nicht auf einen grünen Zweig gekommen.

    Lg,
    Rewolve44

  7. Marina
    Marina sagte:

    da hast Du ja einen grossen aufwand betrieben. Interessant zu lesen, mit was Du alles rumexperimentiert hast.
    Am besten gefällt mir der mystische Schwan.

    Gruss Marina

  8. Michael
    Michael sagte:

    Hallo Marina!

    Danke für das Feedback, ich fand es auch sehr interessant was man für Effekte erzielen kann, ohne dass man Photoshop oder andere Hilfsmittel einsetzt 🙂

    lg Michael

  9. Netty
    Netty sagte:

    Sehr coole Fotos, das Bild oben links gefällt mir am besten – die Serie war ja richtig aufwendig, sehr interessant und lehrreich auch deine „Versuchsbeschreibung“ 😉
    VG, Netty

Trackbacks & Pingbacks

  1. Stephansplatz Vienna Austria Street Photo sagt:

    […] auch mit Themen beschäftigen muss, die einem nicht so vertraut sind – ich erinnere da nur an Lichtmalerei oder ähnliche […]

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